Wie würde die Welt von unten aussehen?
SURFACE : A film from underneath from tu on Vimeo.
Gefunden im KronblogSURFACE : A film from underneath from tu on Vimeo.
Gefunden im KronblogDie Washington-Post hat ein interessantes Experiment durchgeführt: der mit dem Grammy-Award ausgezeichnete Violinist Joshua Bell spielte in einer Washingtoner U-Bahnstation als Straßenmusikant verkleidet 6 Werke von Johann Sebastian Bach. Diese Werke konnte man wenige Tage zuvor auch während einem seiner Konzertes im Boston Theatre für einen durchschnittlichen Kartenpreis von 100 Dollar hören. Die zentrale Frage dieses Experiments war: inwieweit nehmen die Passanten in einer ungewohnten Umgebung Talent war und schätzen dieses auch? Das Straßenkonzert begann an einem Freitag zur Stoßzeit um 7:51 Uhr; hunderte Menschen strömten während dieser Zeit an ihm vorbei. Es dauerte 3 Minuten, bis der erste Passant für einen Moment stehenblieb, um dann aber doch weiter zu eilen. Ein 3jähriger Junge war der erste aufmerksamse Zuhörer, der jedoch rasch von seiner Mutter zum Weitergehen aufgefordert wurde. Die Bilanz nach 45 Minuten: 6 Passanten blieben stehen und horchten eine Weile zu, 20 gaben ein Trinkgeld und gingen aber gleich weiter. In Summe hatte Joshua Bell 32 Dollar verdient. Ein ernüchterndes Ergebnis finde ich. Wenn man keine Zeit hat, um zu bemerken, wie einer der besten Violinisten klassische Meisterwerke zum Besten gibt, wie viele Dinge mögen einem dann noch entgehen, die einem gar nicht bewusst sind? Nachtrag: wahrscheinlich wär ich auch nicht stehen geblieben...das gibt mir zu denken ;-)
Der Billion-Dollar-Song zur Finanzkrise, arrangiert mit der Microsoft Komponiersoftware "Songsmith" - ein vorfinanzierter Hörsturz:
Die schönsten Melodien scheibt das Leben selbst! Jeder Mensch ist ein Künstler - also auch die Politiker und Banker: Melodien für Millionen. Und Krisenzeiten sind immer gute Zeiten für die Kunst. Thank you for the Music!
Gefunden auf: www.kreidler-net.de
Zumindest verkündet dies eine Spezialausgabe der New York Times, die mit 4. Juli 2009 datiert ist. Weitere Schlagzeilen: US-Universitäten verlangen künftig keine Studiengebühren mehr. Harvard schließt seine Business School und mehr Radwege soll es in den USA auch demnächst geben:
Online-Ausgabe ansehen / PDF-Version herunterladen (8 MB) Natürlich handelt es sich dabei nicht um eine offizielle Ausgabe, sondern um eine Aktion der Künstlergruppe "The Yes Man", die mit der Leichtgläubigkeit der Mächtigen spielen. Für ihre Aktionen reicht ihnen oft eine Internet-Seite, die fast so aussieht und fast so eine Adresse hat, wie die eines Unternehmens oder einer Organisation. Dann müssen sie nur warten und es gibt die ersten Anfragen nach Sprechern auf Veranstaltungen. Dann reisen sie an und erzählen vor erschreckend leichtgläubigen Wirtschaftern absurde Dinge. Die WTO hat schon mal die Sklaverei für eine interessante Sache gehalten, Dow Chemical sich zum Ensetzen der Börse bereit erklärt, die Opfer des Chemieunfalls im indischen Bhopal zu entschädigen. 1,2 Millionen Ausgaben davon wurden übrigens in New York verteilt; interessant auch, wie die New Yorker-Bürger selbst darauf reagiert haben: So eine Aktion in Österreich mit der "Krone" oder "Österreich" stell ich mir lustig vor :-) Quelle: Handelblatt-Blog